Landwirtschaftsminister und Landwirte demonstrieren Einigkeit
Der Deutsche Bauerntag ist das traditionelle Jahrestreffen der Landwirte. Aus allen Landesverbänden kommen Delegierte zusammen, um über die Zukunft ihrer Branche zu beraten. Dabei werden Forderungen formuliert und mit Politikern aus Bund und Land diskutiert. Der i.m.a e.V. nimmt an dieser Veranstaltung als Beobachter teil, denn die Bauernverbände sind auch Mitglieder in dem gemeinnützigen Verein.
„Landwirtschaft stärken – Versorgung sichern“ lautete das Motto vom Deutschen Bauerntag 2026, zu dem etwa 600 Delegierte nach Freiburg im Breisgau gekommen waren. An zwei Tagen wurde neben vielen anderen Programmpunkten über die Frage diskutiert, welche Risiken für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung entstehen könnten, wenn bewirtschaftete Flächen aufgegeben werden. Auch Aspekte der Tierhaltung standen zu Debatte, ebenso der künftige Umgang mit sogenannten Sonderkulturen wie Obst, Gemüse, Wein oder Hopfen.
Am Ende wurde eine „Freiburger Erklärung“ zur Zukunft der Agrarpolitik in Europa verabschiedet. Darin haben sich die Landwirte und Landwirtinnen zu einer europäischen Agrarpolitik bekannt. Sie sei Voraussetzung für eine „zukunftsfähige Landwirtschaft, lebendige ländliche Räume und ein handlungsfähiges Europa“. Daher, so die Forderung der Branche, müssen die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) gestärkt und Strukturen entwickelt werden, um Flächen für die Landwirtschaft zu erschließen und die wirtschaftliche und soziale Stabilität ländlicher Regionen zu fördern. Weil die Landwirtschaft für die Versorgungssicherheit sorge, sei die GAP „systemrelevante europäische Sicherheitspolitik“.
Konkret wurden die Fortsetzung des Rabatts für Agrardiesel gefordert, um die Landwirtschaft in der Erntesaison zu unterstützen, ein Abbau der Bürokratie und eine Beibehaltung der Minijobs, um im Wettbewerb mit anderen Ländern, in denen preiswerter produziert wird, mithalten zu können. Bundeslandwirtschaftsminister Rainer, wie auch sein Vorgänger im Amt, der heutige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Cem Özdemir, zeigten sich in Gesprächen offen für die Belange der Landwirte. Rainer stellte sich sogar zu den Delegierten, die ihre Forderungen auf Plakaten zum Ausdruck brachten.
