Willkommen in der hessischen Rhön auf unseren überschaubar großen Hof. Als Familienbetrieb praktizieren wir einen kompletten Betriebs-Kreislauf zwischen Ackerbau und Tierhaltung. Die Schweine sind dabei der Verwerter für alle Reste wie z.B. aussortierte Kartoffeln (werden gedämpft gefüttert), alle Gemüse-Reste und sie bekommen natürlich viel Raufutter wie Gras und Heu. Spaltenböden sind bei uns tabu - Stroh ist das A&O. Außerdem kochen wir viel Gemüse (alles aus eigenem Anbau) ein, um es ganzjährig anbieten zu können im Hofladen aber auch zur Verpflegung von Besuchergruppen. Wir machen schon ein paar Jahre Bauernhof als Klassenzimmer, wir sind aber jetzt auf der Suche nach interaktiven Mitmach-Programmbausteinen für den Besuch bei Kita's und Schulen. Wir machen Kartoffel- und Gemüseanbau und haben eine Offenstallhaltung für Schweine mit komplett begehbarem Schweinestall. Unser Schwerpunkt ist das Experimentieren rund um das Thema Lebensmittel und Landwirtschaft. Unsere 3 leistungsstarken Mikroskope sind nur ein Beispiel von vielen. Die Kinder sollen selbst erforschen statt nur zuzuhören. WIR FREUEN UNS AUF EUCH !!
Kurvige Straßen führen zum Betrieb der Familie Zentgraf in HildersBatten.
500 Höhenmeter muss man überwinden, bis man die Selbst-bedienungshütte mitten im Ort Batten entdeckt. Direkt an einer Hauptverkehrsstraße liegt die begehbare Hütte, in der die Waren vom Hof Zentgraf zum Kauf angeboten werden. Zucchinis, Salate, Kartoff eln und verschiedene Wurstsorten sind hier zu finden.
Auf dem Haus der Familie prangt ein beeindruckendes Familien-wappen. „Seit 1735“ steht darunter geschrieben, was auf eine nahezu 300jährige Bewirtschaftung dieses Betriebes weist. Die direkte Lage im Ort ist zwar für die Direkt-vermarktung vorteilhaft, aber für die Haltung von Tieren nachteilig, weshalb sich die Familie entschied, ihre Schweine auf einer anderen Fläche außerhalb des Ortes zu halten. 250 Meter liegen zwischen dem Schweinestall und der ursprünglichen Hofstelle.
Allgemein sind Matthias Zentgraf und seiner Frau Petra kurze Wege sehr wichtig. Die Schweine werden mit einem Anhänger von ihnen selbst zum Schlachter im Nachbarort gefahren. Dort wird das Fleisch auch weiterverarbeitet. Die Wurstwaren kommen zum Verkauf in den Hofladen, Frischfleisch und Wurst werden direkt anfünf Gastronomiebetriebe im Umkreis geliefert. Zusätzlich werden drei Supermärkte mit Kartoffeln, Gemüse und Fleisch beliefert. Im nahegelegenen Ort Hilders wohnen viele ihrer Kunden, die die Herkunft der Waren direkt vom Hof sehr schätzen.
Das Angebot im Hofladen wird durch Gemüse und Kartoff eln vom eigenen Acker ergänzt: Salate, Kohlrabi und diverse weitere Gemüsesorten liegen in den Auslagen der SBHütte. In der Region gibt es nur wenige Betriebe mit Schweinehaltung und Kartoffelanbau. An den Hängen der Rhön ist die Bearbeitung der Felder schwierig, weshalb es hier viele Dauergrünlandflächen und Milchviehbetriebe gibt. Zentgrafs sind da die Ausnahme. Sie nehmen den Mehraufwand des steilen, steinigen Bodens in Kauf, um die schmackhafte „Rhöner Kartoffel“ zu ernten. Laut Matthias Zentgraf lohnt es sich, denn das Gemüse und die Kartoffeln bekommen auf den fruchtbaren Böden der Rhön einen besonderen Geschmack.
Der Betrieb wird im Nebenerwerb geführt. Petra Zentgraf arbeitet halbtags als Sekretärin in einer Schule, Matthias ist EDV-Spezialist. Beide kümmern sich, neben ihren Berufen, um die Haltung der Schweine, den Ackerbau und den Anbau des Gemüses. Aber auch die Mutter von Matthias und die drei Kinder sind in die Erzeugung der Lebensmittel eingebunden. Zu Erntezeiten packen alle mit an oder vertreten die beiden in Urlaubszeiten. Ob der Betrieb von ihren Kindern weitergeführt wird, wissen die Zentgrafs nicht. Auch Matthias Zentgraf hat sich erst spät entschieden, den Hof zu übernehmen. Mit 35 wurde ihm klar, dass der Betrieb sonst keine Zukunft haben würde. Gemeinsam mit seiner Frau hat er 2007 die neue Ausrichtung des Betriebes gestaltet. Da es schon immer Schweine auf dem Betrieb gab, entschieden sie sich, sie auch weiterhin zu halten. Jedoch sollte die Haltung verändert werden; der Betrieb sollte aber weiterhin konventionell geführt werden. So entschieden sie sich, außerhalb des Ortes, unweit des Stammgebäudes, einen Stall zu bauen, in dem bis zu 60 Schweine Platz finden können. Erst wurde das Gebäude errichtet, 2016 kam der Auslauf dazu. Ganz neu ist der „Begegnungsauslauf“, in dem sich Besucher*innen und Schweine hautnah begegnen können.
Der Stall ist in vier Abteile eingeteilt, in denen jeweils eine feste Gruppe eingestallt wird. In der hintersten Bucht sind die jüngsten, in der vordersten die ältesten Tiere untergebracht. Die Schweine können zwischen einem Bereich im Stall und dem überdachten Auslauf wählen. Bei Wärme ziehen sie sich gerne in den kühleren Stall zurück. Im angrenzenden Auslauf können sich die Schweine suhlen, Grünes fressen und schnüffeln. Matthias Zentgraf lässt sie stundenweise hier hin, wenn er Arbeiten am Stall verrichtet, ausmistet oder Besucher*innen vor Ort sind.