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Was Sie über Tierkrankheiten wie die Vogelgrippe wissen sollten

- Kategorie Wissen

„In Deutschland ist noch kein Fall bei einem Menschen bekannt geworden“, schreibt das Robert-Koch-Institut zur Frage, ob sich Menschen mit der sogenannten Vogelgrippe infizieren könnten. Tatsächlich habe es Fälle in Afrika, Asien und dem Nahen Osten gegeben, in denen sich Menschen mit dem H5N1-Virus infiziert haben, wie die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung der sogenannten Vogelgrippe lautet.

Allerdings, so die Experten vom Robert-Koch-Institut, der zentralen Einrichtung der Bundesregierung für Biomedizin, müssten „Menschen sehr große Virusmengen aufnehmen, um sich zu infizieren“. Dies geschieht meist nur dann, wenn man intensiven Kontakt zu erkrankten, mehr noch zu toten Tieren hat, die mit dem Virus infiziert sind. Darum wird auch davor gewarnt, verendete Tiere anzufassen. Stattdessen sollte man die Behörden über derartige Funde informieren.

Tierhalter tragen die Folgen

Damit es nicht zu Infizierungen kommt, sind die Veterinärämter und andere amtliche Stellen sehr engagiert bei der Suche nach erkrankten und verendeten Tieren. Dabei suchen sie nicht nur nach Wildvögeln, die das Virus eingeschleppt haben sollen. Auch die Bestände von Nutztierhaltern sind im Fokus. Die Auswirkungen dieses Engagements spüren Landwirte, bei denen Geflügel mit dem Virus infiziert wurde. Bisher sollen bereits mehr als eine halbe Million Enten, Gänse, Hühner und anderes Geflügel gekeult worden sein.

Für Tierhalter bedeuten diese Maßnahmen große Verluste. Gerade kurz vor der Saison, in der Konsumenten von der Martinsgans bis zum Entenbraten Geflügel auf den Festtagstisch bringen, bedeuten verlorene Nutztierbestände auch Einnahmeverluste.

Der Festtagsbraten ist sicher

Keine Sorge müssen sich Verbraucher hingegen um ihren Festtagsbraten machen. Die Versorgungssicherheit mit Geflügel ist gewährleistet. Es könnte in Einzelfällen jedoch etwas teurer werden, wenn heimische Enten und Gänse knapp werden. Aber: Die meisten Tiere werden ohnehin seit Jahren aus Polen und Rumänien importiert, weil heimische Tierhalter den Bedarf allein nicht decken können. Andererseits sollten Verbraucher auch wissen, dass die Haltungsmethoden im Ausland oft nicht deutschen Kriterien entsprechen.

Keine Sorge um den Kanarienvogel

Die Sorge, dass wir im kommenden Frühjahr vergeblich auf das Trillern und Tirilieren von Singvögeln warten, weil diese der Vogelgrippe zum Opfer gefallen sind, erscheint unbegründet. Singvögel, also auch der Kanarienvogel daheim in der Voliere, wie auch Tauben in den Straßen der Städte, scheinen kaum gefährdet, da sich das Virus vor allem über die Ausscheidungen der infizierten Vögel überträgt. Und die Mengen, mit denen kleine Vögel in Berührung kommen könnten, seien sehr gering, heißt es in der Fachwelt.

Auch ist die Vogelgrippe keine überraschend aufgetretene Krankheit. Das Virus H5N1 wird schon seit vielen Jahren immer wieder durch Zugvögel eingeschleppt. Nur ist der Zeitpunkt des Auftretens in diesem Jahr früher als üblich und die Auswirkungen sind gravierender. Zudem sind Krankheiten bei Tieren ebenso wenig vermeidbar wie Erkrankungen von Menschen. So, wie wir mit einer Grippe zum Hausarzt gehen, besuchen Tierärzte die Ställe auf den Bauernhöfen, um den Gesundheitszustand der Tiere zu überprüfen. 

Wer sich eingehender mit der Thematik von Tierkrankheiten befassen möchte, findet im i.m.a-Bildungsmagazin „lebens.mittel.punkt“ einen Beitrag, der über die häufigsten Tierkrankheiten informiert. Der Beitrag ist auch hier, auf dieser Seite als pdf-Datei hinterlegt.

Datei: wm_vogelgrippe_251029.pdf
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