Das AWO Reha-Gut Kemlitz gGmbH liegt im Süden Brandenburgs im Landkreis Teltow-Fläming vor den Toren des Biosphärenreservats Spreewald. Der vielseitig aufgestellte Betrieb ist ein anerkanntes Integrationsunternehmen und betreibt neben der Milchviehhaltung, dem Marktfruchtanbau und einem Kartoffelschälbetrieb auch weitere kleinere Sparten der landwirtschaftlichen Produktion.
Das AWO Reha-Gut ist sehr breit aufgestellt. Hauptstandbein des Betriebes ist die Milchviehhaltung mit 360 Holstein-Kühen und deren Nachzucht. In zwei großen Laufställen werden die 300 melkenden Kühe und die Frischabkalber gehalten. In einem weiteren Stall mit Einstreu stehen die Färsen und die Trockensteher. Diese Tiere dürfen täglich auf die Weide. Anfang des Jahres 2021 stellte der Betrieb auf automatische Melkroboter um. Vorher wurde in einem großen Melkkarussell im Zwei-Schicht-System gemolken. Jetzt übernehmen fünf Melkroboter das Melken der 300 Kühe. Über die Melkroboter erhalten die Herdenmanagerin Sharleen und das Team der Tierproduktion viele wichtige Daten über die Milchkühe. Erfasst werden beispielsweise die Aktivität der Tiere, um Brunstvorhersagen zu treffen oder Milchmenge und Zellzahlen, um die Tiergesundheit im Blick zu behalten. Wenn eine Kuh auffällig ist, nehmen sich die Mitarbeiter*innen die Zeit, die Kuh zu beobachten und testen die Milchbeschaffenheit, um Euterentzündungen auszuschließen oder ggf. rechtzeitig zu behandeln.
Da die Mitarbeiter*innen nicht mehr melken müssen, bleibt mehr Zeit für die Tierkontrollen und die Tierbeobachtungen. Das ist wichtig, um die Gesundheit der Tiere und das Wohlbefinden sicherzustellen und zu steigern.
Ein Milchtankwagen kommt täglich und holt die frische Milch ab. Neben den Kühen hält der Betrieb auch noch 15 Schweine, 40 Stück Damwild, 180 Hühner, 20 Enten und 50 Gänse. Die Gänse und Enten werden zu Weihnachten geschlachtet. Das Futter der Tiere wird auf den 969 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche produziert. Hier werden Weizen (75 ha), Roggen (152 ha), Gerste (119 ha), Hafer (6 ha) und Triticale (24 ha) angebaut, sowie Erbsen auf 35 ha, Lupinen auf 15 ha, Luzerne auf 83 ha und Raps auf 37 ha. Mais zur Silageherstellung macht den Großteil des Ackerbaus mit 280 ha aus. Um das Grundfutter für die Tiere zu produzieren, wird zusätzlich auf 85 ha Ackergras angebaut und auf 12 ha Grünland gemäht. Das Erntegut dieser Flächen wird ebenfalls siliert.